Programm

Programmhintergründe und Zusammenhänge

Wie schon bei reThink! 1 durchliefen auch diesmal rund 300 BewerberInnen aus mehreren europäischen Ländern die zweistufige Aufnahmeprozedur. ECEF zeichnet nur für die erste Stufe bis zur sog. Pre-Registration verantwortlich. Augenmerk  wurde darauf gelegt, die Pre-Registration nur an Personen zu übermitteln von denen man aufgrund der Bewerbung annehmen konnte, dass sie die reThink! 2 Fortbildung zur eigenen Perspektivenentwicklung und nicht als konventionelles Fachseminar, bzw. als Hoffnungsschimmer für Burn Out und sonstige berufliche Schwierigkeiten  besuchen wollten.

Nahezu alle TeilnehmerInnen aus Schule und Erwachsenenbildung hatten nur sehr wenig bis überhaupt keine berufliche und private Erfahrung mit Civic Education/Politischer Bildung. Auch das gehirngerechte Lernen war laut Anmeldebogen den meisten TeilnehmerInnen weitgehend noch unbekannt.

Die Endauswahl aus rund 90 TeilnehmernInnen, die von uns einer Pre-Registration erhalten hatten, trafen dann die Nationalagenturen.

reThink! 2 versteht sich neben seinen sozial- und bildungspolitischen Anliegen auch als Sprachförderer. Deshalb, und auch wegen der Komplexität der Themen, wird die Fortbildung von uns in Deutscher Sprache abgehalten. Die Förderung der Deutschen Sprache, insbesondere in Osteuropa ist uns wichtig. Das wiederum bedeutet für uns einige Widerstände zu überwinden, weil ECEF anders als die meisten Anbieter nicht Englisch als Fortbildungssprache gewählt habt. Diese Entscheidung erhöht unseren Administration- und Kostenaufwand immens, weil  ungewöhnlich und deshalb weit schwieriger ist deutschsprachige Teilnehmer von europäischen Nationalagenturen ohne deutscher Muttersprache zugeteilt zu bekommen.

Das Programm selbst beruht auf den strukturellen Vorgaben der Comenius/Grundtvig Mobilitätsförderung. So soll den TeilnehmerInnen bspw. ausreichend Zeit zur Erholung und zum selbstständigen Entdecken einer anderen kulturellen Umgebung geboten werden. Diesbezüglich waren wir bemüht einen Mittelweg zwischen der Sicherheit der TeilnehmerInnen und deren Freizügigkeit zu ermöglichen. Die Möglichkeiten des selbstständigen Erwerbs interkultureller Kompetenzen – handlungsorientiertes und somit gehirngerechtes Lernen – durch eigenständiges Erkunden der Stadt war impliziter Teil (non-lineares Lernen) der Fortbildung. Es ist dabei zu keinen interkulturellen Problemen (Verirrrungen in der Stadt, Diebstahl,  kleineren Unfällen,…) gekommen, was sicherlich auf die Erfahrung und Umsicht der TeilnehmerInnen und last but not least auf die ausgewogene Abstimmung des Freizeitprogrammes zurückzuführen ist.

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HINWEIS: Zur Orientierung sehen Sie hier das Programm von reThink! 2. Das genau Programm für reThink! 3 kann erst ein paar Wochen vor Fortbildungsbeginn endgültig bekannt gegeben werden. Wir bitten um Ihr Verständnis.

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reThink! 2 Programm

Organisation: Martin Kahles, B.A. (TeilnehmerInnen), Michael Stanzer (ReferentenInnen)

Moderation: Dr. Péter Varga

Beratung und Programmdesign: Dr. Anna Majorosi, Evelin Stanzer, Dr. Katharina Turecek

Leitungsteam: Dr. Varga, Dr. Majorosi, Michael Stanzer, Martin Kahles

Konferenztechnik und Support: Gyuri Zbarcea, Eszter Metka

Konferenzorte: Normafa Hotel, Konferenzraum 1. Stock  und Österreichisch-Ungarische Europaschule

Halbpension: siehe (HP)

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Samstag, 31. Januar 2009, Tag der Anreise nach Budapest

19:00 Uhr: Einchecken ins Hotel Normafa

19:00 Uhr: Abendessen im Restaurant Normafa (HP)

20:00 Uhr: Begrüßung durch Dr. Péter Varga – Präsident des Kuratoriums der European Civic Education Foundation und Martin Kahles, B.A. – Initiator und Administrator von reThink! 2

20:15 Uhr: Vorstellungsrunde

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Sonntag, 01. Februar 2009, 1. Arbeitstag in der Europaschule

09:00 Uhr: kurze Busfahrt zur Europaschule

09:30 Uhr: Eröffnung durch Dr. Péter Varga und Martin Kahles

09:45 Uhr: Michael Stanzer – Gründer der European Civic Education Foundation „Die reThink! Zielsetzung.“

kurze Pause

10:45 Uhr: Dr. Katharina Turecek

„Gehirnforschung und Lernen, können uns die Neurowissenschaften im Schulalltag weiterhelfen?“

12:00 Uhr: Abfahrt mit dem Bus

12:30 Uhr: Mittagessen im landestypischen Restaurant Pesti Sör (fakultativ)

anschließend Stadtrundfahrt mit Dr. Péter Varga zu den Sehenswürdigkeiten von Budapest (auf Einladung der European Civic Education Foundation)

Nachmittag zur freien Verfügung!

19:00 Uhr: Abendessen im Restaurant Normafa (HP)

20:15 Uhr: Abendwanderung, durch den Winterwald zur Aussichtswarte der Kaiserin Sisi

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Montag, 02. Februar 2009, 2. Arbeitstag im Hotel Normafa

09.00 Uhr: Begrüßung durch Martin Kahles, Organisatorisches, Tagesprogramm, sonstige Informationen

09.15 Uhr: Dr. Karlheinz Dürr,  „Jump into Education for Democratic Citizenship”

10.30 Uhr: Pause

11.00 Uhr: Dr. Katharina Turecek, Reflexion auf „Jump into Education for Democratic Citizenship“ aus
neurophysiologischer Sicht, anschließend Diskussion

12.30 Uhr: Mittagessen im Restaurant Normafa (HP)

anschließend: Nachmittag zur freien Verfügung!

19.30 Uhr: Abendeinheit, Hotel Normafa
Film: Teil 1 aus „Schulen, Treibhäuser der Zukunft“ und anschließendes Kamingespräch

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Dienstag, 03. Februar 2009, 3. Arbeitstag im Hotel Normafa

09.00 Uhr: Begrüßung durch Dr. Péter Varga, Organisatorisches, Tagesprogramm, Informationen

09:15 Uhr: Dr. Anna Majorosi, Was macht zeitgemäßen Unterricht aus?

10:30 Uhr: Pause

11:00 Uhr: Dr. Anna Majorosi, Möglichkeiten zur Förderung der allgemeinen Kompetenzen zur Mündigkeit.

12:30 Uhr: Mittagessen im Restaurant Normafa (HP)

14:00 Uhr: Dr. Péter Varga, Einführung und Rollenspiel „Alles Leben ist Problemlösen – alles Leben ist Psychodrama“ –

15:30 Uhr: Pause

16:00 Uhr: Reflexion auf den Tag mit Dr. Katharina Turecek  (- 17.30)

18:00 Uhr: Abendessen im Restaurant Normafa

19:30 Uhr: Film, Teil 2 aus „Schulen, Treibhäuser der Zukunft“ und anschließendes Kamingespräch

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Mittwoch, 04. Februar 2009, 4. Arbeitstag im Hotel Nomafa

09.00 Uhr: Begrüßung durch Dr. Péter Varga, Organisatorisches, Tagesprogramm, Informationen

09.15 Uhr: Dr. Uta Sändig, Kommunikativer Unterricht, eine veritable Methode für den ‘Jump into
Education for Democratic Citizenship’ ?

10:30 Uhr: Pause

11.00 Uhr: Dr. Uta Sändig, Kommunikativer Unterricht = gehirngerechter Unterricht

12.30 Uhr: Mittagessen im Hotel Normafa (HP)

14:00 Uhr: Arvid Leyh, „Wie wir werden, wer wir sind“ – Der Mensch zwischen Psychologie und Biologie, zwischen Genen und Spiegelneuronen.

15:00 Uhr: Pause

15:30 Uhr: Podiumsgespräch mit Dr. Sändig, Arvid Leyh, Dr. Turecek. Moderation: Dr. Anna Majorosi
„Neurodidaktik‚ Neuropädagogik quo vadis?“

18:00 Uhr: Abendessen im Hotel Normafa

19.30 Uhr: Martin Kahles (fakultativ)
Einführung ins Bloggen und das Projekt „Young Civic Radio – Europe“

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Donnerstag, 05. Februar 2009 5. Arbeitstag in der Europaschule (HP als Lunchpakt)

Vormittag zur freien Verfügung

Tipps: 

11:00 Uhr: Hotel Normafa „Jugend ohne Werte“, Filmvortrag des Erziehungswissenschaftler Dr. Peter Struck (nur gegen Voranmeldung)

Budapest: Besuch der Museen am Heldenplatz,
oder eines Thermalbades
„Ostalgie“-Shopping (Markthalle)

15.00 Uhr: Seminarabschluss in der Europaschule

Verleihung der reThink! 2 Zertifikate
Offizielle Verabschiedung
Kleines Buffet mit Musik auf Einladung der European Civic Education Foundation (open End)

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Freitag, 06. Februar 2009

10:00 Uhr: Auschecken (oder ggf. noch bleiben) – Abreise

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Schriftlich zum Schluss der Fortbildung eingegangene Fragen einzelner TeilnehmerInnen, die aus Zeitgründen nicht mehr erschöpfend behandelt werden konnten:

  • Mir hat der „rote Faden“ zwischen den einzelnen Einheiten gefehlt? wo ist er?

Der rote Faden kann sich für Teilnehmer, die sich das erste Mal mit einer solch komplexen Materie beschäftigen immer erst im Nachhinein und auch erst nach längerer Beschäftigung zur Gänze erschließen. Teilweise lag das „Nichtverstehen“ an den geringeren Deutschkenntnissen im Vergleich zur Dominanz der Muttersprachler,  was ein Nachfragen nicht gerade erleichterten. Es ist in diesem Zusammenhang interessant, dass sich gerade Lehrer immer fix fertige Lösungen erwarten, was ja auch der Film von Reinhard Kahl so deutlich gezeigt hat. Diese Attitüde ist eines der wesentlichen Probleme, das LehrerInnen im Unterricht mit ihren Schülern haben. Sie erwarten nach kurzer Erklärung Einsichten, Ansichten und Erkenntnisse, verstehen aber nicht, dass das menschliche Gehirn (außer bei Savants) das überhaupt nicht in der von ihnen erwarteten Geschwindigkeit zu leisten vermag. Im Übrigen ist den ProjektgestalterInnen die Frage nach dem „roten Faden“  ganz besonders bewusst, deshalb wurde diese Reihenfolge der ReferentenInnen gewählt, gerade deshalb wurden fast täglich Diskussionseinheiten  durchführten, wie mit Dr. Turecek am Montag und Dienstag, bei den beiden Abendeinheiten am Montag und Dienstag, oder das große Podiumsgespräch am Mittwoch, wobei alle TeilnehmerInnen am „Podium“ Platz genommen hatten, um mitzudiskutieren. Im Übrigen waren alle ReferentInnen bereits Monate vorher im Kontakt um sich inhaltlich genau abzusprechen.

  • Glauben die Organisatoren von reThink! 2, Civic Education glaubhaft vermittelt zu haben???

Diese Frage impliziert, dass das nicht gelungen ist. Dabei ist zu bedenken, dass die Erklärung was denn Civic Education überhaupt ist., bspw. in der Enyklopädie der Stanford University allein 24 DIN A4 Seiten in Anspruch nimmt http://plato.stanford.edu/entries/civic-education. Dass die Vermittlung gelungen ist, dafür spricht die Qualität von Dr. Duerr, der sowohl für die Deutsche Zentrale Politischer Bildung als auch für den Europarat als Experte tätig ist. Eine Fortbildungsveranstaltung ist keine Einbahnstraße, Lehrer und Lerner sein verschwimmen dabei – und genau so  ist das von uns  beabsichtigt. Es liegt also immer auch an der Interaktion der Teilnehmer, ob etwa glückt oder nicht.

Glaubhaft Civic Education zu vermitteln war jedenfalls unser Absicht, vielleicht wurden dabei Illusionen angekratzt  und Klischees zerstört – manches hat den Blickwinkel einzelner Teilnehmer möglicherweise irritiert. Vollständig, kann es sicher nicht gewesen sein, da das bekanntlich einen lebenslangen Lernprozess darstellt.

  • Warum ist im Programm keine Zeit für Diskussion gelassen worden?

Wie man dem nachstehenden Programm entnehmen kann waren, wie schon oben erwähnt, sogar große Zeitfenster für Diskussionen/Reflexionen eingeplant und sind auch durchgeführt worden. Was natürlich schon der Fall war ist, dass Teilnehmer entweder durch teilweise Abwesenheit glänzten oder sich daran nicht oder nur ganz wenig beteiligten. Ein Teilnehmer hat durch seinen Zwang nahezu ständig mit der Kamera alles zu dokumentieren den Tagesablauf besonders gestört. Was viele Teilnehmerinnen störte war das Übermaß an deutschen Themen und Empfindlichkeiten, was oft zu deren Rückzug in den Diskussionen geführt hat. Wenn mit „keine Zeit“ gemeint war, dass keine penetranten Selbstdarstellungen und Komoderationen zugelassen wurden, dann entspricht das der Wahrnehmung des/r KritikerIn.

  • Was genau war das Ziel der Vorstellung des Psychodramas?
  • Für uns LehrerInnen: wozu kann uns das Psychodrama helfen (in unserem Beruf?)
  • Welche Zielsetzung im Rahmen des Themas „brain learning + civic education“ verfolgte die Einheit „Psychodrama? Und wurden diese Ziele erfüllt? Wenn ja, inwieweit?

Fr. Dr. Turecek hatte in „Reflexion auf den Tag“ die Aufgabe übernommen im Anschluss an den Beitrag von Dr. Varga diesen Konnex herzustellen. Ergänzend sei hier versucht, das nochmals kurz  darzustellen: Psychodrama ist eine ganz besondere Wechselwirkung die im Gehirn abläuft. Die daran beteiligten Probanden versetzen sich in Rollen in denen sie (nahezu zwanghaft) die absolute Wahrheit ihrer Empfindungen ausdrücken. Wahrheiten, die man im Alltag eher zu verbergen trachtet. Unterarten des Psychodramas sind die Familienaufstellung und das Bibliodrama. Gründe für das häufige Burn Out gerade bei LehrerInnen sind Schwierigkeiten mit der Wahrnehmung, was wiederum zur Fehleinschätzungen hinsichtlich der Eigen- und Fremdsicht führt.  Der Dynamik des Psychodramas begegnet man eigentlich ständig, es ist also gerade für PädagogenInnen wichtig zu erfahren wie diese Signale zu deuten sind, weil man dadurch Prozesse beschleunigen, oder aber unter glücklichen Umständen sogar einen Attitüdenwechsel bei den Probanden herbeiführen kann. Überhaupt ist ein/e PädagogeIn ohne grundlegende psychotherapeutische, tiefenpsychologische und ethologische Kenntnisse falsch in diesem Beruf.

Es gibt natürlich auch Formen des Psychodramas, die wir als faschistoid ablehnen, so bspw. das Soziogramm /Soziometrie, das Acclerated Learning und das NLP. Aus unserer Sicht wird damit sehr oft nur Geschäftemacherei und somit Unfug getrieben. Dr. Varga demonstrierte den klassischen Vorgang, den wir aber keinem/r, der/die  nicht über eine staatlich zertifizierte Ausbildung verfügt, zur Nachahmung empfehlen. Vielmehr geht es bei unserer Empfehlung für Sie um den Einstieg in einen Erkenntnisprozess und später vielleicht, der impliziten Anwendung bei Streitgesprächen oder überhaupt bei jeder Form zwischenmenschlicher Kommunikation. In diesem Sinn ist das Psychodrama ein besonders guter Helfer, nicht nur im Beruf, sondern auch im Privatleben eines Menschen, weil es Illusionen, Klischees und Vorurteile abzubauen imstande ist.

  • Gibt es in Deutschland Schulen, die Beispielcharakter  für Civic Education haben, ohne als Laborschule o.ä. eingestuft zu sein?

Wie schon im Eingangsstatement durch Hrn. Stanzer und in der Folge von Dr. Dürr betont wurde, gab es bis 2005 in Deutschland das sog. BLK Programm „Demokratie Lernen und Leben“ an dem sich zahlreiche Schulen beteiligt hatten. Zum Unterschied zum BLK Programm legen wir weniger Wert auf Lernmodule, weil diese in der Regel nicht gehirngerecht konzipiert sind. Was uns auch noch unterscheidet ist, dass wir nur dort tätig werden, wo die PädagogInnen eine umfangreiche wie fortlaufende Ausbildung erfahren. D.h. wir begleiten eine Schule wie bspw. die Europaschule in Budapest über viele Jahre hinweg um festzustellen was funktioniert und was nicht. Jede Schule die eine genuin holistische Herangehensweise pflegt, die Menschrechte mit Nachhaltigkeit lebt und bei der sich der Bildungsauftrag nicht nur auf Schulbuchwissen, Lehrpläne und die Unterrichtszeit bis zum Läuten der Pausenglocke erstreckt, macht im Grunde Civic Education. Falls Sie solche Schulen kennen bitte wir Sie den Kontakt herzustellen.

Gibt es eine neuronale/neurologische Disposition, die eine besondere Demokratiefähigkeit anzeigt?

Wenn man die tiefenpsychologischen Studien von Howard Gaardner zum Vergleich heranzieht (populärwissenschaftlich verarbeitet in „Emotionale Intelligenz“ von Daniel Goleman) finden sich Dispositionen  der interpersonellen und intrapersonelle Intelligenz.  bekanntlich verfügen Menschen max. über zwei der multiplen Intelligenzen, denen  in der Regel sog. Nonintelligenzen gegenüberstehen. Eine vielleicht nur seltene positive Mischung aus diesen beiden Intelligenzen könnte die von Ihnen erfragte Gesamtdisposition ergeben. Studien dazu gibt es wohl noch keine, dafür aber solche über das Gegenteil, was durch den blinden Gehorsam sichtbar wird. Die bekannteste Studie dazu ist die Milgram Studie, die in vielen Teilen der Welt durchgeführt wurde und die auf eine grundlegend aggressive Stimmung bei den meisten Menschen hinweist. Angst (Nucleus Accumbens) und Lust (Amygdala) verschränken sich in bestimmten Situationen (bspw. Mobbing) zu einem explosiven Gemisch, das jeden Zugang zu demokratischem Verhalten massiv stört. Auch der Zwang sichtbar zu werden,  Anerkennung zu bekommen und möglichst „Everybodies Darling“ zu sein, gehört in diese Rubrik. Vergleichende Kurzstudien über den bekannten Milgram Versuch, die mit Studierenden an der ELTE Budapest (1999/2000) durchgeführt wurden, zeigten, das die Bereitschaft zu autoritären Handeln  und Gehorsam überall auf der Welt existiert.  Am weitaus höchsten jedoch, ist die Bereitschaft dazu in München und Wien ausgefallen. Analog zu Darwins „survival of the fittest traits“ ist anzunehmen, dass der Mensch ein vom Überleben seiner Gene getriebenes Wesen ist.  Demokratie zu erlernen ist  gewissermaßen auch das Schwimmen gegen den Strom der Evolution. Die meisten Menschen in Europa sehen sich als gute Demokraten, bspw. weil sie  gut zu anderen sind, oder brav wählen gehen. Das ist aber eine sehr eingeschränkte Sicht von Demokratie. Vielmehr geht es  dabei um das Erwerben von sozialen Kompetenzen, was immer auch bedeutet Widerstand zu leisten,  Opfer zu bringen und Zivilcourage zu entwickeln.

  • Welche Folgerungen ergeben sich aus der Neuro-Wissenschaft für die Demokratieerziehung?

Teilweise wurde diese Frage zuvor schon beantwortet. Tatsächlich würde man einige Bände benötigen, um diese Frage wirklich erschöpfend zu beleuchten. Die Erkenntnis, dass wir alle keine geborenen Demokraten sind, sondern eher das Gegenteil, scheint eine wichtige Lehre zu sein. Andererseits haben wir Kontrollmechanismen (Stirnlappen), die aber bspw. bei Autisten ausgeschaltet sind.  Das äußert sich auch bei Menschen die nicht beziehungsfähig,  also zumindest latent autistisch veranlagt sind. Genaugenommen ist jede/r von uns ein kleiner Autist, was wiederum die Demokratieentwicklung aufs Tiefste stört.

Wichtig sind in jedem Fall frühkindliche Erfahrungen, die das sogenannte  Belohnungszentrum im Gehirn positiv beeinflussen. Eltern und Erzieher die selbst unklare und mitunter sogar unwahre Botschaften aussenden – was ja fast jede/r tut – beeinflussen damit insbesondere ihre Kinder. Diese wiederum reflektieren dieses Verhalten.

  • Was ist eine „Lernbehinderung“ aus neurowissenschaftlicher Sicht + wie muss die optimale Förderung aussehen?

Nehmen wir als Beispiel die Dyslexie – diese Behinderung kann nur mittels Stressabbau einigermaßen bewältigt werden. Andererseits braucht es auch ein Maß an Konsequenz. Karl Popper meinte dazu: „Alles Leben ist Problemlösen“, dieses Problemlösen kann nur dann erfolgreich sein, wenn man es selbst erlernt hat zu Differenzieren. Dazu gehört die Einsicht, dass es eine optimale Förderung überhaupt nicht geben kann. Vielmehr braucht es eine Zurücknahme der hochgeschraubten Erwartungen die man an sich als LehrerIn wie auch an das Kind hat. Wer also von sich selbst das Bild des Perfekten und Idealen hat, ist gewissermaßen bereits auf der falschen Fährte. Wenn wir über Effekt des Spiegelns nachdenken

  • Was passiert mit den Poster und Karten, bzw. deren Inhalten?

Nun, die Provokation in dieser Frage ist leicht zu verstehen. Aber auch das Ziel des FragenstellersIn damit in der Runde sichtbar zu werden.  Mit den Inhalten passiert das, was sie selbst draus machen. Nachlesen und diskutieren können sie es gerne hier im Weblog.

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